Chinas Naturstein-Exportvolumen ist im Gesamtjahr 2025 leicht gestiegen, doch die gesamten Exporterlöse sind aufgrund deutlich gesunkener Durchschnittspreise in allen wichtigen Produktkategorien erheblich zurückgegangen. Der vom stellvertretenden Direktor der China Stone Material Association, He Jiaoyang, vorgestellte Bericht zum chinesischen Steinimport- und -export 2025 zeigt, dass das gesamte Exportvolumen 7,985 Millionen Tonnen erreichte – ein Plus von 2,2 % im Jahresvergleich. Der Gesamtexportwert sank jedoch um 15,5 % auf 4,25 Mrd. US-Dollar. Die Daten belegen einen branchenweiten Preisdruck und markieren einen strukturellen Wandel weg vom aggressiven Mengenwettbewerb hin zu Kostenoptimierung und Innovation bei hochwertigen Produkten.
Preisdruck bei den Exporten in allen Produktkategorien
Der Handelsbericht dokumentiert erhebliche Preisrückgänge bei verarbeitetem Granit, Marmor, Travertin und Kunststein. Die Exporte von verarbeitetem Granit erreichten 2,974 Millionen Tonnen bei einem durchschnittlichen Preis von 496 $ pro Tonne – deutlich unter den 676 $ pro Tonne im Jahr 2024. Die Exporte von verarbeitetem Marmor und Travertin lagen bei 1,058 Millionen Tonnen, wobei die durchschnittlichen Preise von 1.206 $ pro Tonne im Vorjahr auf 1.048 $ pro Tonne fielen. Ähnlich entwickelten sich die Exporte von Kunststeinplatten: Sie erreichten 1,086 Millionen Tonnen zu 778 $ pro Tonne, nach 878 $ pro Tonne im Jahr 2024. Der starke Rückgang der Exportpreise pro Tonne spiegelt den intensiven inländischen Wettbewerb unter den chinesischen Steinverarbeitern wider, die bei veränderten globalen Wirtschaftsbedingungen ihre Lagerbestände abbauen wollen. Während das Volumenwachstum eine anhaltende Auslandsnachfrage nach chinesischen Steinverarbeitungsleistungen signalisiert, haben sinkende Margen die Rentabilität kleinerer Verarbeitungsbetriebe in den traditionellen Steinclustern geschmälert. Südkorea behauptete seine Position als wichtigstes Zielland für chinesische Steinexporte mit einem Anteil von 19,26 %, gefolgt von den USA (12,08 %), Japan (5,65 %), Vietnam (5,35 %) und Malaysia (3,92 %).
Stabile Importe und Rohblockbeschaffung
Auf der Importseite blieb das gesamte Steinimportvolumen Chinas im Jahr 2025 mit 11,048 Millionen Tonnen nahezu unverändert gegenüber 11,044 Millionen Tonnen im Jahr 2024. Der Importwert sank im Jahresvergleich leicht um 0,88 % auf 2,24 Mrd. US-Dollar. Indien war mit einem Anteil von 19,63 % der wichtigste Rohblocklieferant Chinas, gefolgt von der Türkei (17,97 %), Brasilien (13,53 %) und Italien (12,94 %). Diese Zahlen verdeutlichen Chinas anhaltende Rolle als weltweit wichtigstes Verarbeitungszentrum für importierte Granit-, Marmor- und Quarzit-Rohblöcke, die mit Gattersägen geschnitten, veredelt und weltweit wieder exportiert werden. Die Aufrechterhaltung der Rohblockimporte aus wichtigen Herkunftsregionen bleibt für die chinesischen Steinzentren wie Shuitou und Yunfu von entscheidender Bedeutung. Durch den Import von Rohblöcken aus indischem Granit, türkischem Marmor und brasilianischem Quarzit nutzen chinesische Fabriken Skaleneffekte, moderne Gattersägeanlagen und spezialisierte Arbeitskräfte, um veredelte Platten und maßgerecht zugeschnittene Fliesen für den Re-Export nach Ostasien und Nordamerika herzustellen.
Strategischer Wandel hin zur Optimierung der Wertschöpfungskette
Die China Stone Material Association betonte, dass die Handelsdaten für 2025 die Grenzen des mengenbasierten Wachstums in einem überversorgten globalen Markt aufzeigen. Chinesische Steinverarbeiter richten ihre Aktivitäten zunehmend auf die Verbesserung der Wertschöpfungskette, die hochpräzise CNC-Fertigung und individuelle architektonische Lösungen aus, statt ausschließlich über Stückkosten zu konkurrieren. Branchenexperten stellen fest, dass sich chinesische Exporteure von Preiskampftaktiken abwenden und sich stattdessen auf technologische Aufrüstung, automatisierte Plattenhandhabung und die Einhaltung von Umweltvorschriften konzentrieren. Diese strategische Neuausrichtung zielt darauf ab, langfristige Verträge mit internationalen Architekturbüros zu sichern, die hochpräzise, maßgefertigte Fassadenverkleidungen und individuelle Innenausbauten benötigen. Für internationale B2B-Käufer und Importeure bieten niedrigere durchschnittliche Exportpreise kurzfristige Einkaufschancen; die langfristige Zuverlässigkeit der Lieferanten hängt jedoch von der Zusammenarbeit mit Fabriken ab, die in Qualitätskontrolle und fortschrittliche Oberflächenbehandlungen investieren. Einkaufsleiter, die chinesische Steinprodukte bewerten, können die Materialspezifikationen mit globalen Standards abgleichen, um eine langfristige Leistungsfähigkeit sicherzustellen.
| Exportkategorie | Exportvolumen 2025 (Mio. t) | Durchschnittspreis 2025 ($/t) | Durchschnittspreis 2024 ($/t) |
|---|---|---|---|
| Verarbeiteter Granit | 2,974 Mio. t | 496 $/t | 676 $/t |
| Verarbeiteter Marmor & Travertin | 1,058 Mio. t | 1.048 $/t | 1.206 $/t |
| Kunststeinplatten | 1,086 Mio. t | 778 $/t | 878 $/t |
| Gesamtüberblick | 7,985 Mio. t (+2,2 % ggü. Vorjahr) | Gesamtwert: 4,25 Mrd. US-Dollar | Gesamterlös ggü. Vorjahr: −15,5 % |
Häufig gestellte Fragen
Wie waren die gesamten Natursteinexporte Chinas im Jahr 2025?
Im Jahr 2025 exportierte China 7,985 Millionen Tonnen Naturstein (+2,2 % ggü. Vorjahr) im Wert von 4,25 Mrd. US-Dollar (−15,5 % ggü. Vorjahr); dies spiegelt niedrigere durchschnittliche Preise in allen wichtigen Kategorien wider.
Welche Länder waren 2025 die wichtigsten Käufer chinesischer Steinexporte?
Südkorea war mit einem Anteil von 19,26 % der größte Exportmarkt, gefolgt von den USA (12,08 %), Japan (5,65 %), Vietnam (5,35 %) und Malaysia (3,92 %).
Woher importiert China seine rohen Natursteinblöcke?
Die wichtigsten Importquellen Chinas für Rohblöcke waren 2025 Indien (19,63 %), Türkei (17,97 %), Brasilien (13,53 %) und Italien (12,94 %).
Quellen
QUELLEN:
- StoneNews.eu – „Struktureller Wandel: Chinas Natursteinmarkt meistert intensiven Preiswettbewerb im Jahr 2025“ – StoneNews.eu