Die Bewertung der Einhaltung von Sicherheitsvorschriften und der Haftungsrisiken bei gefertigten Arbeitsplatten ist eine zentrale Aufgabe für Einkaufsleiter im B2B-Bereich. Im Juli 2026 haben zwei regulatorische Entwicklungen den Druck auf die Branche der technischen Quarzwerkstoffe mit hohem Siliziumdioxidgehalt erhöht, wie StoneNews.eu berichtet. Ein Workshop-Bericht der American Thoracic Society (ATS) vom 13. Juli 2026 kommt zu dem Schluss, dass herkömmliche Arbeitsschutzmaßnahmen strukturell nicht ausreichen, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten. Parallel dazu erließ das britische Health and Safety Executive (HSE) am 7. Juli 2026 im Rahmen einer landesweiten Inspektionskampagne sofortige Untersagungsverfügungen gegen vier Betriebe, die Quarzwerkstoffe verarbeiten. Diese Entwicklungen zeigen eine weltweit zunehmende regulatorische Abkehr von technischem Quarz mit hohem Siliziumdioxidgehalt hin zu Naturstein oder Substituten mit niedrigem Siliziumdioxidgehalt.

Der ATS-Bericht und spezifische Gefahren von Quarzwerkstoffen

Der ATS-Workshop-Bericht erläuterte, warum Quarzwerkstoff-Staub im Vergleich zu Naturstein eine ernste Gesundheitsgefahr darstellt. Technische Quarzplatten haben einen Gehalt an kristallinem Siliziumdioxid von über 90 %, während natürlicher Marmor oder Granit deutlich niedrigere Werte aufweisen. Darüber hinaus wird in dem Bericht festgestellt, dass der Staub flüchtige organische Verbindungen aus Bindemittelharzen und Spurenmetallen enthält, was die Lungentoxizität erhöht. Beim Schneiden entstehen ultrafeine und nanoskalige Siliziumdioxidpartikel, die tiefer und schneller in das Lungengewebe eindringen und eine rasch fortschreitende Silikose verursachen können. Der Bericht stellte fest, dass Silikose bei jüngeren Arbeitnehmern auftritt, mit einer Latenzzeit von nur 3 Jahren, die schnell zu einer fortschreitenden massiven Lungenfibrose führen kann.

Daher empfahl die ATS übergeordnete Präventionsstrategien, einschließlich der Einschränkung oder Substitution von Quarzwerkstoffen mit hohem Siliziumdioxidgehalt und der Umstellung auf alternative Materialien mit einem Siliziumdioxidgehalt unter 1 %. Für B2B-Käufer verdeutlichen diese Maßnahmen den Unterschied zwischen Naturstein und Quarzwerkstoffen. Während natürliche Marmore und Granite kristallines Siliziumdioxid enthalten, ist ihr Gehalt deutlich niedriger als die 90 %+ in herkömmlichem technischem Quarz. Allerdings erfordern auch Natursteine bei der Verarbeitung Staubschutzmaßnahmen. Einkaufsleiter können die bestehende Berichterstattung von StoneTrades zu Trends bei Materialien mit niedrigem Siliziumdioxidgehalt einsehen, um ihre Spezifikationen entsprechend auszurichten.

Durchsetzungsmaßnahmen des britischen HSE und globale Regulierungstrends

Das britische HSE erließ erste Untersagungsverfügungen an vier Betriebe, die Quarzwerkstoffe verarbeiten, und ordnete an, den Betrieb sofort einzustellen, da die erforderlichen Staubschutzmaßnahmen fehlten. Zu diesen Maßnahmen gehören das Nassschneiden (Wasserunterstützung am Werkzeug) und spezielle lokale Absauganlagen zur Erfassung von lungengängigem kristallinem Siliziumdioxid (RCS). Diese Durchsetzungsmaßnahme war Teil einer nationalen Kampagne mit mehr als 1.000 gezielten Inspektionen. Das HSE plant, diese Inspektionskampagne in den kommenden Monaten zu intensivieren. Der britische Ansatz setzt auf strikte Durchsetzung der Sicherheitsvorschriften und nicht auf ein vollständiges Verbot.

Weltweit ergreifen Aufsichtsbehörden Maßnahmen. Australien hat ein vollständiges Verbot der Verwendung und Einfuhr von technischem Quarzwerkstoff mit hohem Siliziumdioxidgehalt erlassen. Kalifornien hat Notfallvorschriften eingeführt, die die Verarbeitung von kristallinem Siliziumdioxid bei Materialien mit einem Gehalt von mehr als 1 % einschränken. In Europa gilt ein verbindlicher Arbeitsplatzgrenzwert von 0,1 mg/m³, in Frankreich und Belgien wurde er auf 0,05 mg/m³ gesenkt. Verarbeiter müssen in Sicherheitsausrüstung investieren, um diese Standards zu erfüllen und Stilllegungen zu vermeiden.

Entwicklung Behörde/Land Datum/Zeitraum Wesentliche Maßnahme/Ergebnis
ATS-Workshop-Bericht American Thoracic Society 13. Juli 2026 Herkömmliche Schutzmaßnahmen versagen; empfiehlt Materialsubstitution auf unter 1 % Siliziumdioxid
Britische Untersagungsverfügungen Health and Safety Executive (HSE) 7. Juli 2026 Erste vier Untersagungsverfügungen zur Betriebseinstellung; Teil von Inspektionskampagne mit über 1.000 Kontrollen
Australisches Importverbot Australische Regierung Aktiv 2026 Vollständiges Verbot von Verwendung und Import von Quarzwerkstoff mit hohem Siliziumdioxidgehalt
Kalifornische Notfallregelungen Regierung des Bundesstaates Kalifornien Aktiv 2026 Notfallvorschriften zur Einschränkung der Verarbeitung von kristallinem Siliziumdioxid über 1 %
Europäische Grenzwerte Europäische Union Aktiv 2026 Verbindlicher Grenzwert von 0,1 mg/m³ (in Frankreich und Belgien reduziert auf 0,05 mg/m³)

Häufig gestellte Fragen

Warum ist Quarzwerkstoff-Staub giftiger als Natursteinstaub?

Technischer Quarz enthält über 90 % kristallines Siliziumdioxid, verglichen mit deutlich niedrigeren Werten in Natursteinen. Sein Staub enthält außerdem flüchtige organische Verbindungen aus Bindemittelharzen und Spurenmetalle und erzeugt ultrafeine Partikel, die tief in das Lungengewebe eindringen.

Welche Staubschutzmaßnahmen verlangte das britische HSE bei seinen Inspektionen?

Das HSE verlangte von den verarbeitenden Betrieben den Einsatz von Nassschneiden (Wasserunterstützung am Werkzeug) und speziellen lokalen Absauganlagen, um die Mitarbeiter vor lungengängigem kristallinem Siliziumdioxid (RCS) zu schützen.

Sind Natursteine völlig frei von kristallinem Siliziumdioxid?

Nein. Natürliche Marmore und Granite enthalten zwar deutlich weniger Siliziumdioxid als Quarzwerkstoffe, aber sie enthalten dennoch kristallines Siliziumdioxid und erfordern daher bei der Verarbeitung Staubschutzmaßnahmen.

Die Prüfung der Arbeitsschutzvorschriften erfordert die Abstimmung der Konformität der Verarbeiter und der Materialauswahl; stellen Sie sicher, dass Ihre Verarbeitungspartner die Nassschnitt-Standards erfüllen, um die in den HSE-Verfügungen beschriebenen Haftungsrisiken zu beherrschen.

Quellen

QUELLEN:

  • StoneNews.eu — „ATS International Report on Engineered Stone: conventional protection measures are insufficient during processing“ — StoneNews.eu
  • StoneNews.eu — „UK: From warnings to enforcement — work suspended at engineered stone businesses following HSE inspections“ — StoneNews.eu