StoneTrades — 4. Juni 2026

Die Vorschriften für Quarzwerkstoffe lösen die größte Compliance-Umstellung aus, die der Quarzsektor seit Jahren erlebt. Kalifornien steuert auf ein vollständiges Verbot von Materialien mit mehr als 1 % kristallinem Siliciumdioxid zu. Nach dem früheren Verbot Australiens verändert die jüngste Entscheidung der California Occupational Safety and Health Standards Board die Art und Weise, wie Architekten, Auftragnehmer und Importeure Quarzoberflächen für laufende und künftige Projekte bewerten. Der Gewerbemarkt verlagert sich zunehmend von Platten mit hohem Siliciumdioxidgehalt hin zu Quarz mit niedrigem Siliciumdioxidgehalt, Sinterstein und anderen Verarbeitungswegen mit geringerem Risiko durch alveolengängigen kristallinen Quarz.

Vorschriften für Quarzwerkstoffe 2026: Kalifornien und Australien

Im Mai 2026 stimmten die Arbeitsschutzbehörden Kaliforniens dafür, ein formelles Regelungsverfahren für ein vollständiges Verbot von Quarzwerkstoffen mit hohem Anteil an kristallinem Siliciumdioxid einzuleiten. Dieser Schritt baut auf dem Silicosis Training, Outreach and Prevention Act (STOP Act) auf, der seit Januar 2026 in Kraft ist. Während sich der STOP Act auf verpflichtendes Nassschneiden und spezielle Schulungen konzentrierte, zielt der neue Antrag auf das Material selbst ab: Die Quelle des alveolengängigen kristallinen Quarzes soll vollständig aus der Lieferkette entfernt werden.

Unterdessen dient Australien weiterhin als globales Referenzbeispiel für derartige Verbote. Seit dem nationalen Verbot am 1. Juli 2024 hat sich der australische Markt in Richtung alternativer Materialien entwickelt. Das bundesweite Zollverbot in Australien verhindert die Einfuhr von Quarzwerkstoffen mit einem Siliciumdioxidgehalt von 1 % oder mehr – ein Grenzwert, den Kalifornien nun offenbar übernehmen will. Für B2B-Käufer in diesen Regionen schließt sich das regulatorische Zeitfenster für herkömmliche Quarzplatten. Daher ist es unerlässlich, bestehende Spezifikationen für laufende Projekte neu zu bewerten.

Auswirkungen auf den Einkauf: Die Auslaufphase von Quarz mit hohem Siliciumdioxidgehalt

Die unmittelbare Auswirkung für Steinkäufer ist eine Verknappung der Lieferkette für herkömmliche Quarzoberflächen. Verarbeitungsbetriebe in Kalifornien und anderen stark regulierten Bundesstaaten wie Massachusetts sehen sich mit steigenden Betriebskosten konfrontiert, da Nassbearbeitungsanlagen und strenge Luftüberwachungsauflagen vorgeschrieben sind. Ab dem 1. Juli 2026 müssen kalifornische Verarbeiter jährliche schriftliche Nachweise über die Arbeitssicherheitsschulung ihrer Mitarbeiter vorlegen. Dieser Schritt dürfte die Zahl qualifizierter Subunternehmer für große gewerbliche Projekte verringern.

Für den internationalen Einkauf bedeutet dies eine verstärkte Kontrolle im Rahmen des Harmonisierten Zolltarifs. Zollbehörden verlangen zunehmend Zertifikate über den Siliciumdioxidgehalt von Quarzoberflächen. Käufer, die aus wichtigen Handelszentren wie China, Indien und der Türkei beziehen, müssen nun Hersteller bevorzugen, die eine unabhängig verifizierte Prüfung des Siliciumdioxidgehalts anbieten. Einkaufsverträge sollten Klauseln enthalten, die die Einhaltung des 1-%-Grenzwerts garantieren, um kostspielige Beschlagnahmungen im Hafen zu vermeiden.

Materialalternativen: Sinterstein und Summerly Quartz

Da herkömmlicher Quarz mit hohem Siliciumdioxidgehalt mit Verboten konfrontiert ist, setzt die Branche auf sicherere und leistungsfähige Alternativen. Sinterstein, etwa die 20-mm-Platten der JPA-Serie, hat sich als wichtigster Ersatz etabliert. Diese Materialien werden durch Hochdruck- und Hochtemperatursintern hergestellt und liegen im Siliciumdioxidgehalt häufig unter dem 1-%-Grenzwert. Sinterstein bietet im Vergleich zu harzgebundenem Quarz eine bessere Hitzebeständigkeit und UV-Stabilität und eignet sich daher für gewerbliche Innen- und Außenanwendungen.

Im Bereich Quarz haben Hersteller wie Summerly Quartz bereits reagiert und Produktlinien mit niedrigem oder ohne Siliciumdioxidgehalt eingeführt. Diese neuartigen Quarzwerkstoffe bewahren die erwarteten Vorteile wie Dichtheit und Kratzfestigkeit, verwenden jedoch recyceltes Glas oder alternative Mineralien, um das Verarbeitungsrisiko zu senken. Bei der Bearbeitung dieser härteren, silikiumdioxidarmen Materialien benötigen Verarbeiter weiterhin Bogenschnittmuster, um innere Spannungsrisse zu vermeiden, sowie ausreichenden Wasserdruck am Schneidkopf, um eine saubere und staubkontrollierte Oberfläche zu gewährleisten.

Materialtyp Siliciumdioxidgehalt Hauptvorteil Beschaffungsstatus (2026)
Herkömmlicher Quarz 50 % - 90 % Niedrige Kosten, große Auswahl Verboten (AUS), Auslaufphase (CA)
Quarz mit niedrigem Siliciumdioxidgehalt < 10 % Sicherheitskonformität Zunehmend spezifiziert
Sinterstein < 1 % UV-/hitzebeständig, geringeres Verarbeitungsrisiko Bevorzugt im Premiumbereich
Marmor/Granit (Naturstein) 5 % - 30 % Natürliche Ästhetik Von Verboten ausgenommen

Zukunftsausblick: Compliance und Arbeitssicherheit

Der regulatorische Druck wird voraussichtlich nicht nachlassen. Das National Emphasis Program der OSHA richtet sich weiterhin an Steinverarbeitungsbetriebe in den gesamten USA und setzt den zulässigen Expositionsgrenzwert von 50 µg/m³ durch. Für B2B-Käufer ist die sicherste Beschaffungsstrategie, über die bloße Rechtskonformität hinauszugehen und Materialien zu spezifizieren, die von Natur aus sicherer zu verarbeiten sind. Dadurch lässt sich die Haftung über die gesamte Subunternehmerkette hinweg reduzieren.

Oberflächen mit niedrigem Siliciumdioxidgehalt und Sinterstein gewinnen in gewerblichen Ausschreibungen zunehmend an Bedeutung – insbesondere bei Projekten, die auch LEED- oder WELL-Ziele verfolgen. In der zweiten Jahreshälfte 2026 wird die Fähigkeit, verifizierte Sicherheitsdokumente vorzulegen, im Steinhandel genauso wichtig wie Preis und Lieferzeit.

Quellen